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04.07.1998, PNN, Treuhand sucht Mieter für das Forsthaus Templin Nov 1997, PNN, Wenigstens die Gästebücher sind gerettet 04.11.1997, PNN, "Forsthaus Templin" im Niedergang 27.09.1997, MAZ, Im Forsthaus gehen die Lichter aus 19.11.1996, MAZ Vom Forsthaus zum "Schwarzwälder" 08.07.1992, ??? Das "Forsthaus Templin" - ein begehrtes Ausflugsziel 31.05.1992, Potsdamer Morgenpost, Die "Alten Kammeraden" ehrten Gustav Büchsenschütz 29.05.1992, PNN, Stammlokal von Carl Teike ehrt den Komponisten 26.04.1990, BNN, Hier soll der Kunde immer König sein 01.07.1989, Märkische Volksstimme, Blumen, Präsente 27.06.1989, Brand in der HOG "Forsthaus Templin" 03.07.1960, Märkische Volksstimme, Warum in die Ferne schweifen... 15.01.1960, Märkische Volksstimme, Traum von Perlen am Havelstrand 08.08.1958, BNN, Rettungsturm und Pavillon am Templiner See 31.07.1958, Der Morgen, 230000 DM für Erholung und Entspannung 20.12.1957, Der Morgen, Ueber Templiner Bahndamm zum Strandbad 21.03.1957, BNN, Unser neuer Ausflugsort am Templiner See 1934, WilhelmshorsterBote, Sonderdruck zum Hundertjährigen Bestehen des Forsthauses Templin August 1932, Wilhelmshorster Bote, Das Forsthaus Templin
PNN 4.Juli 1998 Alle Verkaufsversuche
gescheitert / Vier Mietinteressenten VON HELLA DITTFELD Nachdem seit der Schließung im Herbst 1997 mehrfach versucht worden war, einen Käufer für das idyllisch gelegene Forsthaus zu finden, das allerdings nur im Sommer bei gutem Wetter boomt und sich bei Winteröffnung mit Gesellschaften und Stammgästen über Wasser halten müsste, wird nun nur noch ein Mieter gesucht. Offenbar waren Haus und Gelände zu wenig lukrativ oder zu teuer für einen Käufer, zumal in die Sanierung des Hauses mindestens eine Million Mark gesteckt werden müßte. So jedenfalls sah es der letzte Betreiber Josef Hajnal, der sich wegen der hohen Unkosten sogar mit einer Schuldenlast vom Forsthaus verabschiedet hatte. Ein Herausarbeiten der Sanierungskosten wäre ihm nicht möglich gewesen. "Für dieses Haus braucht man einen langen Atem und eben die genannte Million." Das Forsthaus sei so verrottet gewesen, daß man auf einer Zeitbombe gesessen habe, meinte Hajnal schon 1997. Und gebessert hat sich der Zustand seit der Schließung garantiert nicht Da kann das Ausholzen und Aufräumen wirklich nur Fassadenkorrektur sein. Trotzdem zeigt sich die TLG Potsdam wieder einmal zuversichtlich. Es gebe vier Interessenten, so ein Sprecher der Treuhand, und unter denen werde das Objekt nun intern ausgeschrieben. Das soll Ende des Monats geschehen. Zwei Monate später könnte dann vielleicht schon eine Entscheidung fallen, vorausgesetzt die Interessenten bleiben bei der Stange, wenn sie erst einmal sehen, was tatsächlich auf sie zukommt. Dabei gehört das Forsthaus zu jenen Gaststätten, die nicht nur eine langjährige, sonderen auch eine interessante Geschichte haben. Sie war einst Treff von Vereinen und Filmprominenz, später von Badelustigen des nahegelegenen Freibades. Gästebücher belegen, daß es die Gastronomie im .Forsthaus schon 1926 gab, Vereine aller Couleur haben sich dort verewigt, es gibt Eintragungen von Hansi Knoteck und Gustav Fröhlich. Zu DDR-Zeiten holten sich die Badelustigen gern Speis und Trank dort, es gab auch Brigadeausflüge dorthin. Leider aber wurde keinerlei Geld in die Erneuerung des Gebäudes und die Technik gesteckt. Zum Schluß stand die Hygiene mehrfach vor der Tür und drängte auf Veränderung. In dieser Saison aber ist erst einmal Investorensuche angesagt. Daß sich einer findet, kann man nur im Sinne guter Sommer-Sonnenschein-Gästebetreuung hoffen.
PNN, Nov 97 Das muß wohl auch das Ehepaar Nowak, Gastwirt Dieter Nowak war schon vor der Wende Pächter, bewogen haben, weiterzumachen. Man bekam einen sehr guten Mietvertrag von der ExHo, die die HO-Objekte weiter betreute und die heute zur Treuhand Liegenschaftsgesellschaft gehört: Doch die Goldader versiegte und die Verpflichtung, die laufenden Reparaturen selbst auszuführen, war laut Nowak nicht einzuhalten. Auch eine Untervermietung an Josef Hajnal der aus dem Schwarzwald stammt, aber lange Jahre in Berlin als Koch tätig war; kam es letzten Endes nicht zustande. Die Treuhand Liegenschaftsgesellschaft stimmte nicht zu. Er habe zwar eine Menge guter Ideen gehabt., sagt HajnaI, habe sie aber nicht ausführen können. Für so ein Objekt brauche man einen langen Atem und mindestens eine Million für die Sanierung. Beides aber hätte er nicht gehabt, stattdessen sei er jetzt verschuldet. Das Haus sei so verrottet gewesen, daß man „auf einer Zeitbombe“ gesessen habe. Das Wasser aus der Küche sei über die Hauptelektro-Anschlüsse gelaufen. Von Keller bis Dach sei das Haus sanierungsbedürftig gewesen, und die Hygiene habe vor der Tür gestanden und mit Schließung gedroht; wenn nicht bald etwas geschehe. Geschehen ist nun erst einmal nur eines: das traditionsreiche Gasthaus ist zu. H. DITTFELD
PNN, 04.11.1997 VON HEllA DITTFELD
Es wäre jedoch aus zwei Gründen ein Jammer, wenn das „Forsthaus Templin" über die Saison geschlossen bliebe und womöglich noch weiter verfiele. Zum einen wird es als Versorgungseinrichtung der Freibadbesucher, die an schönen Wochenenden in die Tausende gehen, dringend gebraucht, zum anderen ist es eben mehr als nur eine Speisegaststätte. Es ist ein historischer Ort, an dem sich Prominenz über zwei Jahrhunderte die Klinke in die Hand gab. Seit das Kavaliershaus 1834 vom Kaufmann Eduard Reinhardt in eine Tabagie, also in ein Wirtshaus, umgewandelt wurde, sind im Gästebuch Namen der Schauspieler Gustav Fröhlich, Hansi Knoteck. des Astronomen Bruno H. Bürgel oder des Schöpfers der brandenburgischen Hymne Gustav Büchsenschütz zu finden. Auch Prinz Louis Ferdinand von Preußen kündigte sich an. Vom komponierenden Schutzmann Carl Teike. von dem der Marsch "Alte Kameraden" die Zeiten überdauert hat, war es das Stammlokal. Prominentester Gast ist aber zweifellos Reichskanzler Otto von Bismarck gewesen. Er war damals noch ein Junge, der gern bei seinem Lieblingsonkel Friedrich von Bismarck auf dem Gut Templin bei Potsdam zu Gast war. „Onkel Fritz" sei ein belesener, großzügiger und freundlicher Mann" gewesen, wird berichtet. Als sein Lieblingsonkel starb, war Otto gerade 15 Jahre alt geworden. Wahrscheinlich hörten danach auch die Besuche im Forsthaus auf. Was einst eine gute Adresse war, begann dann zu DDR-Zeiten am Massenbetrieb und schlechter Versorgungslage zu kranken. Gingen zum Beispiel an heißen Wochenenden die Getränke aus, konnten vor Montag keine nachbestellt werden. Auch nach der Wende kamen die Gastwirte offenbar mit dem Saisonbetrieb nicht gut klar. Versuche, mit flotten Parties die Kasse aufzubessern, scheiterten am Einspruch der Anwohner. die sich über Lärm beklagten.
MAZ, 27.09.1997 Künftig wird der Mann aus
dem Schwarzwald in der Potsdamer Heinrich-Mann- Allee die Gaststätte "Vier
Jahreszeiten" betreiben. Wie es jedoch mit dem Forsthaus weitergehen wird, steht
noch in den Sternen. Während sich die Hausverwaltung der Treuhand auf den
zwanzig- jährigen Mietvertrag mit Herrn Dieter Nowak beruft und keinen
Handlungsbedarf sieht, verweist Mieter Novak auf den hohen
Instandsetzungsbedarf, der eine Weiterbewirtschaftung als Gaststätte in Frage
stellt.
MAZ, 19.11.96 Dieter Nowak, früher als HO-Angestellter im Forsthaus beschäftigt, hatte sich bemüht, das Ausflugslokal zu erhalten, doch es ging mehr bergab als bergauf, Schulden kamen hinzu. Das undichte Dach und die defekte Heizung machten die Situation noch schlimmer. Zeitweise war die Gaststätte, die noch immer in den Händen der Treuhand ist, sogar geschlossen. Vom Forsthaus hatte der Gastwirt aus Hornberg, der schon seit längerem auf der Suche nach einem Ausflugslokal war, von einem Bekannten erfahren. Dem Hornberger, der seit 1968 Erfahrungen in der Gastronomie Deutschlands gesammelt hat, ließ das Haus keine Ruhe. Nach der Besichtigung war er trotz der baulichen Mängel bereit, sich im Märkischen eine neue Existenz aufzubauen und das Forsthaus wieder zu einem gefragten Ausflugslokal herzurichten. Und daß er es ernst meint, haben die Caputher und ihre Gaste schon des öfteren gespürt. Der erste Country-Abend war ein voller Erfolg, weitere dieser Art und andere Kulturveranstaltungen bei guter Küche sollen folgen, verspricht der neue Wirt und gerät dabei gleich ein bißchen ins Schwärmen. „Ich muß sagen, ich habe mich schnell hier eingelebt und habe auch keine Probleme damit, am Freitag hier in Caputh meine Manuela zu heiraten. Die Landschaft und auch die Caputher haben es mir leicht gemacht, im Märkischen heimisch zu werden. Und wenn zum Silvesterball in diesem Jahr die Mehrheit der Gäste des Hauses aus Caputh kommt, so freut mich das natürlich ganz besonders. Wir sind hier also keine Fremden mehr." Seit Juni 1996 werden neue Geräte für die Gaststätte angeschafft, wird repariert, gebaut und neu gestaltet. Die von Hajnal und Nowak gegründete GmbH würde das Forsthaus auch kaufen, doch die Forderungen der Treuhand von über 1 Millionen Mark sind für Hajnal und Co. keine Verhandlungsgrundlage. Dennoch soll sich im Haus und im großen Garten in den nächsten Monaten einiges verändern. Und die nächsten Veranstaltungen, vom Country-Fest bis zum Benefiz-Konzert für das Kinderheim von Caputh sind schon fest eingeplant. Vor dem Haus soll für den Sommer ein Pavillon und ein Grillplatz entstehen. Mit der Weißen Flotte will man kooperieren, und schon bald sollen auch die ersten Reisebusse aus Frankreich eintreffen. Später werden im oberen Stockwerk des Hauses, wo jetzt Familie Hajnal mit ihren drei Kindern wohnt, sechs Fremdenzimmer ausgebaut. Dann werden der Gastwirt und seine Familie schon in Caputh wohnen. Joseph Hajnal wirkt auch schon im Fremdenverkehrsverein der Gemeinde mit und möchte mit seiner Unterstützung eine kleine Schrift zur Geschichte des Forsthauses herausgeben und im Lokal verkaufen. Vielleicht bleiben ihm dann die Speisekarten erhalten. „Von einst 70 haben die Gäste in den vergangenen Monaten insgesamt mehr als die Hälfte mit nach Hause genommen, u.a. um zu Hause die Geschichte des Lokals nachzulesen", erzählt der alles andere als zugeknöpfte Joseph. Er freut sich mit seinen Gästen auf die Country-Weihnacht am 7. Dezember, und weiß heute schon ganz genau, daß seine Idee mit dem Benefiz-Konzert für das Kinderheim "Anne Frank" in Caputh nicht die letzte dieser Art war. "Schließlich hat die Gemeinde auch Kindergärten, die hier und da Unterstützung brauchen", sagt Joseph und läßt keinen Zweifel daran, daß die Jüngsten mit dem neuen Wirt im Forsthaus rechnen können. R. Gr.
8.7.1992
31.5.1992
PNN 29.05.1992 Bekannter Marsch „Alte Kameraden“ stammt aus der Feder des
Musikers, der gern im Forsthaus weilte
BNN, 26.04.1990
MV, 01.07.89
27.06.1989
BNN, 21.03.57 Unser neuer Ausflugsort am Templiner SeeVon Wasser umgeben ist unsere Stadt. Verhältnismäßig gering ist jedoch die Zahl der Ausflugsorte und Badegelegenheiten. So wurde schon oft der Wunsch laut, einen neuen und größeren Ausflugsort mit allen Annehmlichkeiten zu schaffen. Im Rahmen des Nationalen Aufbauwerkes 1957 soll diesem berechtigten Wunsch Rechnung getragen werden. Es Ist vorgesehen, die Umgebung der Gaststätte "Forsthaus Templiner See" südlich des neuen Bahndammes umzugestalten. Die in den Templiner See weit auslaufende Fläche wird so verändert, daß sie allen Anforderungen eines begehrten Ausflugszieles gewachsen ist. An der Straße werden größere Kraftfahrzeug-Parkplätze angelegt. Die nördliche Seite gegenüber dem Bahndamm ist zum Teil als Bootsanlegestelle gedacht. Die westliche Spitze erhält einen Dampferanlegesteg, und weiter südlich wird ein Turm für verschiedene Zwecke aufgestellt. Der südliche Rand mit dem Blickfeld auf Caputh ist in der gesamten Front als Badestrand vorgesehen, und wenn die hygienischen Verhältnisse es später erlauben, soll noch ein größeres Gebäude für Umkleidezwecke errichtet werden. Die Westseite erhält genügend Sitzmöglichkeiten mit der Aussicht auf den See und ein kleineres Gebäude für die gastronomische Betreuung. Befestigte Wege verbinden die einzelnen Anziehungspunkte und eine landschaftliche Gestaltung wird den Gesamtkomplex harmonisch mit der jetzigen Gaststätte vereinen. Eine Toilettenanlage und eine Wartehalle werden die Zahl der notwendigen Einrichtungen vervollständigen. Für dieses Objekt hat sich bisher besonders Stadtrat Rouvel eingesetzt. Dank und Anerkennung verdient der Sachgebietsleiter Tiefbau beim Rat der Stadt, Wiese. der die umfangreichen Projektierungen getätigt und Vorverhandlungen gerührt hat. Die Ausrührung dieses Objektes ist nicht allein eine Frage des Geldes, sondern wird das Ergebnis vieler fleißiger Hände sein. Von Jung und alt begrüßt, muß unser künftiges schönes Ausflugsziel ein Schauplatz großer Aufbaueinsätze werden. Die Jugend wird hoffentlich dabei an der Spitze stehen. Die FDJ, unsere Betriebe und Institutionen sollten sich Gedanken machen, wie sie am besten helfen können. G. Popplow
Der Morgen, 20.12.1957 Ueber Templiner Bahndamm zum StrandbadIm Juni geht´s los am Forsthaus Templin – 2 Bauabschnitte für „Wochenendparadis“ Wo die Lietzen noch fast ungestört auf den Wellen der Havel schaukeln und der Wind über kahlen, sandigen Strand fährt, da wird im Sommer des nächsten Jahres ein buntes, flottes Badeleben herrschen. Das neue Potsdamer Seebad Templin ist im Kommen! Zwei Bauabschnitte sind dafür vorgesehen, wie auf einer Arbeitsbesprechung im Rat der Stadt beschlossen wurde. 1958 werden alle Arbeiten durchgeführt, um den Badebetrieb überhaupt erst einmal in Gang zu setzen. Zugleich mit der letzten Planierung des ausgedehnten Strandgeländes werden Bootsstege für Sportboote und der Landungssteg für die Fähre und die DSU-Dampfer gebaut. Gärtnerische Anlagen sollen dem Strandbad einen schönen, ansprechenden Rahmen geben. Der Weg zum Bad kann von den Eiligen mit dem Bus zurückgelegt werden. Doch ein Spaziergang über die Fußwege des Eisenbahndammes (die noch rechtzeitig in Ordnung gebracht werden) wird von größerem Reiz sein, zumal sich inzwischen schon eine hübsche Damm- und Inselflora entwickelt hat. Die verlängerte Straßenbahnlinie 1 fährt dann schon bis Bahnhof Potsdam Süd. Schließlich gibt es die Dampfer, und die Verkehrsbetriebe halten auch noch ein Fährboot bereit. Für die Versorgung der Badegäste werden vorerst keine festen Gebäude gebaut, sondern fahrbare HO-Verkaufsstände verwandt. Ferner ist beabsichtigt, bis zum Saisonbeginn auch die HO-Gaststätte "Forsthaus Templin" (deren Inventar für die "Friedrichshöhe" in Werder benötigt wurde) wieder auszustatten, damit sie in Betrieb genommen werden kann. Für die Sicherheit der Badegäste wird ein Aussichtsturm mit Rettungsschwimmerstation des DRK errichtet. Der Rat der Stadt hat beträchtliche Mittel für dieses „Wochenendparadies" (das es erst im zweiten Bauabschnitt endgültig wird) ausgeworfen. Die Potsdamer müssen aber mithelfen, damit das Strandbad im kommenden Juni sich mit Nackedeis bevölkern kann. Es gibt viel Arbeit auf Konto Nationales Aufbauwerk! Und unsere Stadt als Ziel Berliner und auswärtiger Augflügler wird einen neuen Anziehungspunkt bieten. Dieses Strandbad muß "ganz groß" werden,wie es einer wasserreichen Stadt nach dem endgültigen Verlust des Strandbades Luftschiffhafen gebührt! Nehmen wir also ruhig ein paar Schippen mehr auf uns für die auswärtigen Besucher. Sie werden es danken -und sie bringen ja auch Geld unter die Leute. Das ist nicht zu verachten. -nn-
Der Morgen, 31.07.1958 230000 DM für Erholung und EntspannungGroße Aufgaben vor dem Potsdamer NAW / Templin verändert sein Gesicht In etwa 14 Tagen wird die Bau-Union die beiden Treppen, die am Bahnhof Potsdam-Süd zur Eisenbahnbrücke hinaufführen, fertig gestellt haben. Da inzwischen auch der Fußweg über den Damm befestigt wurde, können die Besucher des Erholungs- und Ausflugsgebietes Templin ihr Ziel jetzt auf abgekürztem Wege erreichen. Das Gesamtobjekt, das aus der Templiner Anlage und der Zeltjugendherberge in der Pirschheide besteht, ist eine Aufgabe des NAW. Auf einer Pressekonferenz beim Rat der Stadt berichtete der Leiter des NAW, Popplow, über die weitere Entwicklung dieses künftigen Erholungszentrums. Auf der Pressekonferenz wurde auch die Absperrung der Zeltjugendherberge behandelt. Bei dieser Herberge handelt es sich um ein Zeltlager, in dem Gruppen Jugendlicher - zur Zeit wird es von Potsdamer Berufsschulklassen bewohnt - in regelmäßigen Durchgängen wertvolle Jugendarbeit leisten. Daß dabei jede Störung durch Besucher außerhalb dieses Kreises ferngehalten werden und außerdem für die Sicherheit des Lagers Sorge getragen werden muß, dürfte jedem klar sein. Daher wurde diese Anlage mit einem Zaun versehen und ein Umgehungsweg angelegt, da der alte Fußweg nach Geltow unterbrochen werden mußte. Ueber Templin berichtete Popplow viel Neues. So wird noch in diesem Jahre an Stelle des jetzigen Wasserrettungsturmes ein neues Bauwerk entstehen. Es wird im Wasser errichtet, so daß unter seinen Pfosten Platz zum Anlegen des Motorrettungsbootes ist. Am Badestrand werden zwei Kioske mit je sechs Schaltern erbaut. Sie werden die Besucher nicht nur mit Erfrischungen, sondern auch mit sommerlichem Zubehör, wie Sonnenöl und -brillen, versorgen. Ein Fahrweg an ihrer Landseite gestattet das Anfahren der Versorgungsfahrzeuge ohne Störung der Badegäste. Die Straße vom Bad zur Gaststätte Forsthaus Templin wird ebenso wie die Toilettenanlage in den nächsten Tagen fertig gestellt. Die Gaststätte erhält eine verbesserte Beleuchtungsanlage, auch auf den Terrassen, und eine Tanzfläche. Ein noch einzurichtender Bootsverleih wird den Besuchern Boote verschiedener Typen zur Verfügung stellen. Auf dem in den See vorspringenden Horn wird im nächsten Jahre eine Pavillon-Gaststätte erbaut. Für das Gesamtobjekt werden 230 000 DM benötigt
werden. Davon sind bereits 150 000 DM vorhanden; die aus Einsparungen bei
Investbauten gewonnen wurden. 75 000 DM sind davon schon verbraucht. Den Rest
aufzubringen, hat sich das NAW vorgenommen. Noch in diesem Jahre geht es an den Bau eines zweiten Dampfersteges, der auch zum Anlegen für Sportboote verwendet werden soll; da die Bucht zwischen dem Horn und dem Bahndamm den Besuchern mit Booten vorbehalten ist. Im Zeltlager an der Pirschheide wird die Toilettenanlage bis zum Herbst fertig gestellt sein. Außerdem ist hier noch der 'Bau eines kleinen Wirtschaftsgebäudes vorgesehen. Die Kapazität dieser Anlage soll auf 500 Personen erweitert werden. Der innerhalb des Lagers befindliche Campingplatz kann ohne weiteres auch von Fremden zu diesem Zweck benutzt werden. –nn-
BNN, 08.08.1958 Rettungsturm und Pavillon am Templiner SeeBald zu Fuß und per Rad über die Eisenbahnbrücke Noch in diesem Jahr wird am Freibad Templin ein Wasserrettungsturm errichtet der an die Stelle des provisorischen Turmes treten wird. Unter dem brückenartigen Bau wird das Motorrettungsboot des DRK vor Anker gehen. Für die Versorgung der Badegäste sind zwei Kioske mit je sechs Schaltern vorgesehen. Ein zweiter Dampferanlegesteg wird zu beiden Seiten Anlegestege für Sportboote erhalten. In Kürze werden die Toilettenanlage und der Weg vom Strand zum Forsthaus fertig. Ein hübscher Uferpavillon auf der Landzunge wird im nächsten Jahr entstehen und Gelegenheit bieten, einen Imbiß einzunehmen. Für das nächste Jahr ist auch der Bau von Umkleideräumen geplant.
Wie der Rat der Stadt zu Leseranfragen mitteilt, mußte das Zeltlager in der Pirschheide durch einen Zaun abgegrenzt werden, weil hier 120 Jugendliche an einem organisierten, durch ein festes Programm geregelten Ferienlager teilnehmen. Es ist daher notwendig, Störungen durch ständig wechselnde Tagesgäste fernzuhalten und den kleinen Badestrand den Lagerbenutzern vorzubehalten. Das Lager verlangt auch, daß die Habe seiner Bewohner gesichert ist. Innerhalb der Absperrung steht übrigens ein Raum zum Zelten der Oeffentlichkeit zur Verfügung. Wanderer, die nach Geltow wollen, können ohne Zeitverlust einen Umgehungsweg benutzen. In etwa zehn Tagen werden die Treppen zur Eisenbahnbrücke gesichert sein, so daß dann der Weg am Fuße des Dammes frei ist. Dann kann auch das Fahrrad über Brücke und Damm geführt werden.
Märkische Volksstimme 15.01.60 Traum von Perlen am HavelstrandGroßmutter meinte immer: "Wenn de frierst, mach dir warme Gedanken, Junge!" Träumen wir also von Sommersonne und Strand (siehe Bild vom Templiner See bei Potsdam)!
Wer am anderen Ende der Stadt wohnt, bitte sehr: Der Babelsberger Park (einst für Prinzen reserviert) ist Sport- und Kulturpark. Strand; Bootsverleih, Parkrestaurant, Liegewiese und viele andere Einrichtungen machen Ihn zum Anziehungspunkt für Sonnen- und Lufthungrige. Der Clou: Modernes Hallenbad. Da kann's ruhig auch mal kühl sein! Wie eine schöne Frau sich gern im Spiegel sieht, so wird sich in unserer Havel das neue Potsdam mit seinen Perlen spiegeln: Eine große Klubgaststätte am Havelufer mit Tanzsaal, Cafe und Weinstuben. Ein Hotel mit 200 Betten, ein neues Theater und ein neues Kino, eine Tanzgaststätte mit Terrasse, die neue Stadthalle und ganze neue Stadtviertel - ein schönes Bild! Nur Traum? Nein - beschlossen von den Stadtverordneten im Januar 1960. Potsdam im Siebenjahrplan. Bei solcher Perspektive kann einem schon warm ums Herz werden - Großmutter hat recht! Wenn dir so richtig warm geworden ist, überleg' nicht lange, pack' an, wo du kannst! Du siehst, der Siebenjahrplan besteht nicht nur aus Produktionszahlen - wenn sich auch ohne sie kein Traum erfüllt. Aber denk' nach: Der Traum vom sonnigen Strand, das helle Spiegelbild in der Havel, die ganze Freude wird Wirklichkeit, weil wir für uns arbeiten. Niemand steckt sich den Ertrag deiner Arbeit in die Tasche, niemand kauft dafür amerikanische Raketen (wie Strauß in Bonn) und niemand mißgönnt dir diese Erholung. Siehe Siebenjahrplan. Uebrigens: Wie lange wollen es sich die Westberliner noch gefallen lassen. daß sie durch eine Brand(t)- Politik von ihren natürlichen Erholungsplätzen ferngehalten werden? Wir haben Platz genug an der Havel - auch für sie, wenn Westberlin frei von Agentenzentralen und Faschisten wird. Dann wird es sein wie früher - nur viel schöner! -ID –
Märkische Volksstimme 03.07.60 Warum in die Ferne schweifen...... sieh das Gute liegt so nah / Urlaub am Templiner See
P o t s d a m (EB). Viel Sonnenschein, frische Luft, Wald und Wasser! So lautet wohl die Parole fast aller Urlauber. Nun, und die meisten von ihnen glauben, daß sie das nur im Harz, in Thüringen oder an der Ostsee finden. Doch warum eigentlich immer in die Ferne schweifen? Das Gute liegt so nah! Ja, für die Potsdamer sogar
sehr nahe. 15 Minuten mit der Straßenbahnlinie 1, und schon ist das herrlichste
Urlaubsziel erreicht: der Templiner See. Er bietet denjenigen, die nicht
verreisen, wirklich eine gute Entschädigung. Schnell ist man zu diesem schönen
Flecken märkischer Heimat auch auf der neuen Betonstraße geradelt. Wer einen
kleinen Spaziergang liebt, der hat in den umliegenden Wäldern reichlich
Gelegenheit dazu. Doch wer sich lieber in der Sonne aalt, dessen Ziel ist wohl
das Strandbad "Templiner Forsthaus", das man von Potsdam aus auch mit
dem Dampfer erreicht. Wer nicht gern im weißen Seesand liegt, der genauso schön
ist wie an der Ostsee, der mietet sich eben einen der über hundert Strandkörbe.
Kostenpunkt: 1,50 DM. Nun, und ein Bad in den kühlen Fluten gibt genau den
gleichen großen Appetit wie Ostseeluft und -wellen. Da die Hausfrau ja auch
Ferien haben möchte, wird im Forsthaus Templin gespeist. Uebrigens ein Wort an
diejenigen, die meinen, unbedingt auffallen zu müssen: Bikini und
Dreiecksbadehose sind nicht gerade die richtige Aufmachung für eine Gaststätte,
auch dann nicht, wenn es ein am See liegendes Gartenlokal ist. Den Besuchern des Templiner Strandbades wird in diesem .Jahr jedoch noch ein besonderes Vergnügen geboten, das gleichzeitig die Muskeln stärkt: die bereits bei vielen bekannten und beliebten Wassertreter (siehe rechtes Bild). Herrlicher Badestrand lädt auch in der Pirscheide gegenüber dem Forsthaus zum Tummeln ein. Dort gibt sich vorwiegend die Schuljugend ein Stelldidichein. Für einen Ruhe suchenden Urlauber sicher nicht ganz der geeignete Platz. Wem das alles noch nicht zusagt., der versucht es dann vielleicht mal im Strandbad Caputh. Auch dort warten weißer Sand, Strandkörbe und Rutschbahn auf die Wasserratten. Na dann viel Spaß und gute Erholung am heimatlichen Seegestade! Inge
Sonderdruck zum
hundertjährigen Bestehen des Forsthauses Templin Forsthaus Templin anno 1834
Wilhelmshorst Bote August 1932 Das Forsthaus Templin
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