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04.07.1998,   PNN,                                     Treuhand sucht Mieter für das Forsthaus Templin

Nov 1997,      PNN,                                     Wenigstens die Gästebücher sind gerettet

04.11.1997,   PNN,                                     "Forsthaus Templin" im Niedergang

27.09.1997,   MAZ,                                     Im Forsthaus gehen die Lichter aus

19.11.1996,   MAZ                                     Vom Forsthaus zum "Schwarzwälder"

08.07.1992,   ???                                       Das "Forsthaus Templin" - ein begehrtes Ausflugsziel

31.05.1992,   Potsdamer Morgenpost,    Die "Alten Kammeraden" ehrten Gustav Büchsenschütz

29.05.1992,   PNN,                                    Stammlokal von Carl Teike ehrt den Komponisten

26.04.1990,   BNN,                                    Hier soll der Kunde immer König sein

01.07.1989,   Märkische Volksstimme,   Blumen, Präsente

27.06.1989,                                                 Brand in der HOG "Forsthaus Templin"

03.07.1960,   Märkische Volksstimme,   Warum in die Ferne schweifen...

15.01.1960,   Märkische Volksstimme,   Traum von Perlen am Havelstrand

08.08.1958,   BNN,                                     Rettungsturm und Pavillon am Templiner See

31.07.1958,   Der Morgen,                        230000 DM für Erholung und Entspannung

20.12.1957,   Der Morgen,                        Ueber Templiner Bahndamm zum Strandbad

21.03.1957,   BNN,                                    Unser neuer Ausflugsort am Templiner See

1934,              WilhelmshorsterBote,         Sonderdruck zum Hundertjährigen Bestehen des Forsthauses Templin

August 1932, Wilhelmshorster Bote,        Das Forsthaus Templin

 

 

 

PNN 4.Juli 1998
Treuhand sucht Mieter für das Forsthaus Templin

Alle Verkaufsversuche gescheitert / Vier Mietinteressenten
 

VON HELLA DITTFELD
Wer in den letzten Tagen an der Gaststätte „Forsthaus Templin" vorbeigekommen ist, stellte fest: Dort tut sich etwas. Der Wildwuchs wurde ausgelichtet, das Haus entrümpelt. Doch wer sich vielleicht auf Service zur Haupturlaubszeit gefreut hat, sieht sich getäuscht. Es gibt keinen neuen Pächter, es wird nicht umgebaut, und es steht auch noch nicht fest, was in nächster Zeit mit der Gaststätte geschehen wird. Die Besitzerin des Objektes die Treuhand Liegenschaftsgesellschaft (TLG) in Potsdam, läßt etwas Ordnung schaffen, um „die Vermietungsfähigkeit wieder herzustellen", war von der TLG zu hören. Es wird ein erneuter Versuch gestartet, das Forsthaus wiederzubeleben.

Nachdem seit der Schließung im Herbst 1997 mehrfach versucht worden war, einen Käufer für das idyllisch gelegene Forsthaus zu finden, das allerdings nur im Sommer bei gutem Wetter boomt und sich bei Winteröffnung mit Gesellschaften und Stammgästen über Wasser halten müsste, wird nun nur noch ein Mieter gesucht. Offenbar waren Haus und Gelände zu wenig lukrativ oder zu teuer für einen Käufer, zumal in die Sanierung des Hauses mindestens eine Million Mark gesteckt werden müßte.

So jedenfalls sah es der letzte Betreiber Josef Hajnal, der sich wegen der hohen Unkosten sogar mit einer Schuldenlast vom Forsthaus verabschiedet hatte. Ein Herausarbeiten der Sanierungskosten wäre ihm nicht möglich gewesen. "Für dieses Haus braucht man einen langen Atem und eben die genannte Million." Das Forsthaus sei so verrottet gewesen, daß man auf einer Zeitbombe gesessen habe, meinte Hajnal schon 1997. Und gebessert hat sich der Zustand seit der Schließung garantiert nicht

Da kann das Ausholzen und Aufräumen wirklich nur Fassadenkorrektur sein. Trotzdem zeigt sich die TLG Potsdam wieder einmal zuversichtlich. Es gebe vier Interessenten, so ein Sprecher der Treuhand, und unter denen werde das Objekt nun intern ausgeschrieben. Das soll Ende des Monats geschehen. Zwei Monate später könnte dann vielleicht schon eine Entscheidung fallen, vorausgesetzt die Interessenten bleiben bei der Stange, wenn sie erst einmal sehen, was tatsächlich auf sie zukommt.

Dabei gehört das Forsthaus zu jenen Gaststätten, die nicht nur eine langjährige, sonderen auch eine interessante Geschichte haben. Sie war einst Treff von Vereinen und Filmprominenz, später von Badelustigen des nahegelegenen Freibades. Gästebücher belegen, daß es die Gastronomie im .Forsthaus schon 1926 gab, Vereine aller Couleur haben sich dort verewigt, es gibt Eintragungen von Hansi Knoteck und Gustav Fröhlich. Zu DDR-Zeiten holten sich die Badelustigen gern Speis und Trank dort, es gab auch Brigadeausflüge dorthin.

Leider aber wurde keinerlei Geld in die Erneuerung des Gebäudes und die Technik gesteckt. Zum Schluß stand die Hygiene mehrfach vor der Tür und drängte auf Veränderung. In dieser Saison aber ist erst einmal Investorensuche angesagt. Daß sich einer findet, kann man nur im Sinne guter Sommer-Sonnenschein-Gästebetreuung hoffen.

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PNN, Nov 97
Wenigstens die Gästebücher gerettet
Josef Hajnal: Fürs Forsthaus braucht man langen Atem 

Auf unseren Artikel über das Forsthaus Templin hat sich der ehemalige Betreiber Josef Hajnal zu Wort gemeldet. Wenn er auf die letzten Monate zu sprechen kommt, sprudelt er über. „Aus dem Forsthaus hätte man etwas machen können", meint er. „Schade um die historische Gaststätte." Die drei alten Gästebücher habe er immerhin noch gerettet. Mit Bedauern weist er sie vor. Das älteste beginnt 1926, und es sind vor allem Vereine, die sich dort eingetragen haben. Von den Kegelbrüdern bis zum „Club der harmlosen Jungfrauen"; vom Oberförster bis zu ganzen Schiffsladungen voller Sommerfrischler. Das zweite Gästebuch weist dann einiges an Prominenz aus, Gustav Fröhlich und Hansi Knoteck haben sich sogar per Bild verewigt. Das Datum: 16. Mai 1936. Was zeigt, daß schon in der Vorsaison der Gästeansturm eingesetzt haben muß. Das Forsthaus war eben auch außerhalb des Sommers für Spaziergänger eine freundliche Einkehr. Auch Bruno H. Bürgel hat seine großzügige Unterschrift samt Bild hinterlassen. Danach und drumherum dann wieder Vereine aller Couleur, zum zweiten Weltkrieg hin auch mit stark deutschnationalem Einschlag. Nach dem Krieg wird es wieder ziviler. Leider hören die Eintragungen 1952 auf. Neuere Gästebücher existieren nicht mehr, obwohl das Forsthaus auch weiterhin ein gut besuchtes Lokal blieb, "der Laden brummte".

Das muß wohl auch das Ehepaar Nowak, Gastwirt Dieter Nowak war schon vor der Wende Pächter, bewogen haben, weiterzumachen. Man bekam einen sehr guten Mietvertrag von der ExHo, die die HO-Objekte weiter betreute und die heute zur Treuhand Liegenschaftsgesellschaft gehört: Doch die Goldader versiegte und die Verpflichtung, die laufenden Reparaturen selbst auszuführen, war laut Nowak nicht einzuhalten. Auch eine Untervermietung an Josef Hajnal der aus dem Schwarzwald stammt, aber lange Jahre in Berlin als Koch tätig war; kam es letzten Endes nicht zustande. Die Treuhand Liegenschaftsgesellschaft stimmte nicht zu.

Er habe zwar eine Menge guter Ideen gehabt., sagt HajnaI, habe sie aber nicht ausführen können. Für so ein Objekt brauche man einen langen Atem und mindestens eine Million für die Sanierung. Beides aber hätte er nicht gehabt, stattdessen sei er jetzt verschuldet. Das Haus sei so verrottet gewesen, daß man „auf einer Zeitbombe“ gesessen habe. Das Wasser aus der Küche sei über die Hauptelektro-Anschlüsse gelaufen. Von Keller bis Dach sei das Haus sanierungsbedürftig gewesen, und die Hygiene habe vor der Tür gestanden und mit Schließung gedroht; wenn nicht bald etwas geschehe. Geschehen ist nun erst einmal nur eines: das traditionsreiche Gasthaus ist zu.  H. DITTFELD

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PNN, 04.11.1997
„Forsthaus Templin“ im Niedergang
Betreiber warf das Handtuch/Hohe Sanierungskosten

VON HEllA DITTFELD
seit 200 Jahren gibt es an der Straße nach Caputh am Templiner See eine gastliche Stätte. Zuerst als Kavaliers- und GeseIlschaftshaus des Domherrn Arnold Diederich Tamm, der dort seine Gäste empfing, und später als Gaststätte "Forsthaus Templin". Jahrzehntelang über alle Regierungsformen hinweg war das Forsthaus dann ein gern besuchtes Ausflugslokal, doch nun hat der letzte Pächter nicht nur die Türen geschlossen und den Mietvertrag aufgekündigt, der Besitzer von Haus und Land ist sich auch nicht schlüssig, was daraus werden soll. Der Sanierungsbedarf ist hoch und die Treuhand LiegenschaftgeseIlschaft (TLG) wird wohl lange suchen müssen, bis sie einen neuen Mieter oder gar Käufer findet. Und es liegt sogar die Gefahr nahe, daß die Badelustigen und Ausflügler im Sommer 1998 vor verschlossenen Türen stehen.

Man habe dem bisherigen Gastwirt, Joseph Hanjal aus seinem 20jährigen Mietvertrag gekündigt, so war von Sabine Pentrop, Mitarbeiterin der TLG-Pressestelle Berlin, zu erfahren. Der Vertrag habe auch eine Instandhaltungspflicht enthalten, der sei der Gastwirt jedoch nicht nachgekommen. Was Frau Pentrop allerdings verständlich findet, denn es müsse sehr viel Geld investiert werden, um das „Forsthaus“ wieder flott zu bekommen. Wie viel genau sei der TLG derzeit selbst nicht bekannt, das müsse erst noch eine Bauzustandsuntersuchung erbringen. Pentrop sprach jedoch vorsichtig von mehreren 100000 Mark. Dach, Heizung und die Elektroinstallationen müßten erneuert werden. "Die TLG ist sich bewußt, daß die Gaststätte stark frequentiert war. Trotzdem müsse man erst sehen, wie weiter verfahren werden kann." Das sei auch davon abhängig, ob ein neuer Mieter gefunden werde und was der sich zutraue. Ein neuer Pächter wird jedenfalls dringend gesucht. Pentrop gab zu, daß ein Interessent nach Besichtigung des Forsthauses bereits abgewinkt habe. Dazu noch einmal eine vage Aussage der TLG-Mitarbeiterin: "Vielleicht müssen wir das Haus auch erst einmal selbst sanieren, ehe es wieder vermietbar ist."

Es wäre jedoch aus zwei Gründen ein Jammer, wenn das „Forsthaus Templin" über die Saison geschlossen bliebe und womöglich noch weiter verfiele. Zum einen wird es als Versorgungseinrichtung der Freibadbesucher, die an schönen Wochenenden in die Tausende gehen, dringend gebraucht, zum anderen ist es eben mehr als nur eine Speisegaststätte. Es ist ein historischer Ort, an dem sich Prominenz über zwei Jahrhunderte die Klinke in die Hand gab. Seit das Kavaliershaus 1834 vom Kaufmann Eduard Reinhardt in eine Tabagie, also in ein Wirtshaus, umgewandelt wurde, sind im Gästebuch Namen der Schauspieler Gustav Fröhlich, Hansi Knoteck. des Astronomen Bruno H. Bürgel oder des Schöpfers der brandenburgischen Hymne Gustav Büchsenschütz zu finden. Auch Prinz Louis Ferdinand von Preußen kündigte sich an. Vom komponierenden Schutzmann Carl Teike. von dem der Marsch "Alte Kameraden" die Zeiten überdauert hat, war es das Stammlokal. Prominentester Gast ist aber zweifellos Reichskanzler Otto von Bismarck gewesen. Er war damals noch ein Junge, der gern bei seinem Lieblingsonkel Friedrich von Bismarck auf dem Gut Templin bei Potsdam zu Gast war. „Onkel Fritz" sei ein belesener, großzügiger und freundlicher Mann" gewesen, wird berichtet. Als sein Lieblingsonkel starb, war Otto gerade 15 Jahre alt geworden. Wahrscheinlich hörten danach auch die Besuche im Forsthaus auf.

Was einst eine gute Adresse war, begann dann zu DDR-Zeiten am Massenbetrieb und schlechter Versorgungslage zu kranken. Gingen zum Beispiel an heißen Wochenenden die Getränke aus, konnten vor Montag keine nachbestellt werden. Auch nach der Wende kamen die Gastwirte offenbar mit dem Saisonbetrieb nicht gut klar. Versuche, mit flotten Parties die Kasse aufzubessern, scheiterten am Einspruch der Anwohner. die sich über Lärm beklagten.

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MAZ, 27.09.1997
Im Forsthaus Templin gehen die Lichter aus
Sanierung unumgänglich – dann allerdings Pacht für Inhaber unerschwinglich

Potsdam/Caputh. Wer noch einmal im Forsthaus Templin Einkehr halten will, muß es jetzt tun. Denn am Sonntag um 18 Uhr schließt dieses Ausflugslokal auf unbestimmte Zeit seine Pforten. Der Wirt Joseph Hajnal, der im Juni vergangenen Jahres die Gaststätte als Unterpächter übernommen hatte, wirft das Handtuch. Denn seine bescheidenen Investitionen änderten nichts an der Tatsache, daß an diesem Lokal genereller Sanierungsbedarf besteht: Dach, Heizung, Stromleitungen und Küche müßten dringend erneuert werden. Von der Treuhand, die hier als Hausherr waltet, erfuhr er, daß dann allerdings die Monatspacht von knapp 1000 auf 8000 Mark steigen werde. "Das ist nicht zu bezahlen, soviel wirft das Geschäft nicht ab", rechtfertigt Hajnal seinen Rückzug, „denn der Winter ist lang." Ihm fehle der entsprechende Vorlauf, um das Geschäft durch Verträge mit Reisegesellschaften langfristig abzusichern. Und auch der erfolgreiche Versuch, mit einer großen "Beach Party" die Einnahmen aufzubessern, hatte seine unerfreulichen Nebenwirkungen: Ärger mit den Anwohnern und dem Umweltamt.

Künftig wird der Mann aus dem Schwarzwald in der Potsdamer Heinrich-Mann- Allee die Gaststätte "Vier Jahreszeiten" betreiben. Wie es jedoch mit dem Forsthaus weitergehen wird, steht noch in den Sternen. Während sich die Hausverwaltung der Treuhand auf den zwanzig- jährigen Mietvertrag mit Herrn Dieter Nowak beruft und keinen Handlungsbedarf sieht, verweist Mieter Novak auf den hohen Instandsetzungsbedarf, der eine Weiterbewirtschaftung als Gaststätte in Frage stellt.

Hiltrud Müller

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MAZ, 19.11.96
Vom Forsthaus zum „Schwarzwälder“
Neuer Betreiber, und Caputh spricht wieder vom beliebten Ausflugslokal

Caputh. Schlachtefest, Country- Weihnacht, Silvester-Ball, Benefiz-Konzert und Faschingsvergnügen - vorbei die bedrückende Stille im Forsthaus Templin, das sich jetzt "Zum Schwarzwälder" nennt. Joseph Hajnal, der Mann aus dem Schwarzwald, dessen Eltern und Bruder ein Gasthaus in Hornberg führen, hat große Pläne mit dem einst so beliebten Ausflugslokal zwischen Potsdam und Caputh. Als Gesellschaftshaus auf dem Gut Templin 1798 errichtet, hat die Gaststätte gute und schlechte Zeiten erlebt. In den vergangenen fünf Jahren war es sehr ruhig geworden um das Forsthaus, selbst frühere Stammgäste sagten ihm ade, entschieden sich für ein gemütliches Lokal mit Flair , guter Küche und einladenden Veranstaltungen.

Dieter Nowak, früher als HO-Angestellter im Forsthaus beschäftigt, hatte sich bemüht, das Ausflugslokal zu erhalten, doch es ging mehr bergab als bergauf, Schulden kamen hinzu. Das undichte Dach und die defekte Heizung machten die Situation noch schlimmer. Zeitweise war die Gaststätte, die noch immer in den Händen der Treuhand ist, sogar geschlossen.

Vom Forsthaus hatte der Gastwirt aus Hornberg, der schon seit längerem auf der Suche nach einem Ausflugslokal war, von einem Bekannten erfahren. Dem Hornberger, der seit 1968 Erfahrungen in der Gastronomie Deutschlands gesammelt hat, ließ das Haus keine Ruhe. Nach der Besichtigung war er trotz der baulichen Mängel bereit, sich im Märkischen eine neue Existenz aufzubauen und das Forsthaus wieder zu einem gefragten Ausflugslokal herzurichten. Und daß er es ernst meint, haben die Caputher und ihre Gaste schon des öfteren gespürt. Der erste Country-Abend war ein voller Erfolg, weitere dieser Art und andere Kulturveranstaltungen bei guter Küche sollen folgen, verspricht der neue Wirt und gerät dabei gleich ein bißchen ins Schwärmen. „Ich muß sagen, ich habe mich schnell hier eingelebt und habe auch keine Probleme damit, am Freitag hier in Caputh meine Manuela zu heiraten. Die Landschaft und auch die Caputher haben es mir leicht gemacht, im Märkischen heimisch zu werden. Und wenn zum Silvesterball in diesem Jahr die Mehrheit der Gäste des Hauses aus Caputh kommt, so freut mich das natürlich ganz besonders. Wir sind hier also keine Fremden mehr."

Seit Juni 1996 werden neue Geräte für die Gaststätte angeschafft, wird repariert, gebaut und neu gestaltet. Die von Hajnal und Nowak gegründete GmbH würde das Forsthaus auch kaufen, doch die Forderungen der Treuhand von über 1 Millionen Mark sind für Hajnal und Co. keine Verhandlungsgrundlage.

Dennoch soll sich im Haus und im großen Garten in den nächsten Monaten einiges verändern. Und die nächsten Veranstaltungen, vom Country-Fest bis zum Benefiz-Konzert für das Kinderheim von Caputh sind schon fest eingeplant. Vor dem Haus soll für den Sommer ein Pavillon und ein Grillplatz entstehen. Mit der Weißen Flotte will man kooperieren, und schon bald sollen auch die ersten Reisebusse aus Frankreich eintreffen. Später werden im oberen Stockwerk des Hauses, wo jetzt Familie Hajnal mit ihren drei Kindern wohnt, sechs Fremdenzimmer ausgebaut. Dann werden der Gastwirt und seine Familie schon in Caputh wohnen.

Joseph Hajnal wirkt auch schon im Fremdenverkehrsverein der Gemeinde mit und möchte mit seiner Unterstützung eine kleine Schrift zur Geschichte des Forsthauses herausgeben und im Lokal verkaufen. Vielleicht bleiben ihm dann die Speisekarten erhalten. „Von einst 70 haben die Gäste in den vergangenen Monaten insgesamt mehr als die Hälfte mit nach Hause genommen, u.a. um zu Hause die Geschichte des Lokals nachzulesen", erzählt der alles andere als zugeknöpfte Joseph. Er freut sich mit seinen Gästen auf die Country-Weihnacht am 7. Dezember, und weiß heute schon ganz genau, daß seine Idee mit dem Benefiz-Konzert für das Kinderheim "Anne Frank" in Caputh nicht die letzte dieser Art war. "Schließlich hat die Gemeinde auch Kindergärten, die hier und da Unterstützung brauchen", sagt Joseph und läßt keinen Zweifel daran, daß die Jüngsten mit dem neuen Wirt im Forsthaus rechnen können. R. Gr.

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8.7.1992
Potsdamer Gaststättenexkurs:
Das „Forsthaus Templin" - ein begehrtes Ausflugsziel
Schon seit 158 Jahren fühlt man sich hier wohl

Auf dem Weg zwischen Potsdam und Caputh liegt sie in idyller Landschaft: die Ausflugsgaststätte „Forsthaus Templin", nahe des gleichnamigen Sees. Besonderer Anziehungspunkt ist im Sommer der große Garten mit Terrasse, seinen Linden und über 150 Jahren alten Platanen. Rustikale Holzhütten, als Jagdsitz gestaltet, unterstreichen die naturverbundene Atmosphäre. 200 Außenplätze erwarten die Gäste: Familien mit Kindern, die ihren eigenen Spielplatz haben, aber auch zufällig vorbeikommende Wanderer aus den Ravensbergen. Zunehmend ältere Bürger aus Gesamtberlin finden hier Erholung und Entspannung. Für die Berliner Wanderfreunde ist die Gaststätte ein begehrter Anlaufpunkt. Die Innenräume - nach einem kleinen Umbau ab November dann mit 80 Plätzen -strahlen Gemütlichkeit und Gastlichkeit aus. Interessant ist aber auch die lange Geschichte dieses herrlichen Fleckens unberührter Natur. Ursprung ist das Kavaliers- oder Gesellschaftshaus, da an gleicher Stelle beim Ausbau des Gutes Templin zu einem Herrensitz unter Domherr Arnold Diederich Tamm 1798 entstand. 1819 befand sich das Gut im Besitz des in den Ruhestand getretenen Generalleutnants von Bismarck, einem Onkel des „Eisernen Kanzlers" Otto von Bismarck. 1834 erwarb der Kaufmann Eduard Reinhardt das Gut an den Havelseen und richtete hier in dem Kavaliershaus eine "Tabagie" (französisch: Schenke) ein. Er gründete so die Gaststätte die später den Namen „Forsthaus Templin" erhielt. Drei Gästebücher aus den zwanziger Jahren enthalten Eintragungen von Besuchern, die von der Schönheit der sie umgebenden Natur begeistert waren. Sport- und Männergesangvereine erwählten die Gaststätte zu ihrem ständigen Treffpunkt. Der bedeutende Astronom Bruno H. Bürgel kehrte hier gern ein wie auch der bekannte Komponist des Marsches „Alte Kameraden" Carl Teike, von dessen häufigem Besuch eine Gedenktafel am Haus kündet.
Der heutige „Chef" des Forsthauses, Dieter Nowak (49), arbeitete bereits seit 1971 in der damaligen HO- Gaststätte, deren Leitung er 1978 übernahm. Im Mai 1990 pachtete er das beliebte Lokal von der Immobilienverwaltung im Auftrag der Treuhand und kaufte das bisherige Inventar. Mit Hilfe einheimischer Firmen und viel Eigeninitiative machte er sich mit Frau Karin an die Umgestaltung: aus der „Gaststätte der kurzen Verweildauer" (zu deutsch Selbstbedienung) wurde 1991 ein Restaurant mit zwei akzeptablen Räumen. Drei Angestellte und je nach Bedarf wechselnde Aushilfskräfte sorgen für das Wohl der Gäste. Besonders im Winterhalbjahr nutzen inzwischen neu gegründete Vereine und auch Handwerksbetriebe den kleinen, rustikal eingerichteten Raum für ihre Zusammenkünfte. Gern gebucht wird er für Familienfeiern. Viele Stammgäste loben das familienfreundliche Preisniveau der angebotenen Hausmannskost und Wildspezialitäten sowie der verschiedenen Torten- und Kuchensorten. Die Kindl-Brauerei, Hauptlieferant bereits vor dem 2. Weltkrieg, sorgt für ein vielfältiges Getränkesortiment.

Auch Vereinshaus
Gab es in diesem Jahr besondere Höhepunkte, so die Frage an den freundlich-agilen Wirt Dieter Nowak: „Seit Mai ist unser Forsthaus Vereinsgaststätte des Vereins „Alte Kameraden e. V." Potsdam, der sich der Pflege traditioneller und neuer Blasmusik annimmt. Zur Einweihung war Gustav Büchsenschütz, der Schöpfer der „Märkischen Heide" Ehrengast.
Der Kulturattache Kairos stattete uns kürzlich ebenfalls einen Besuch ab. Während Dieter Nowak auf die Neugestaltung des Eingangsbereiches hinweist, stört ihn die geschmacklose Halle neben dem Grundstück, die das Gesamtbild des Forsthauses stark beeinträchtigt. Hier sollte der Magistrat, Abteilung Naherholung, sein ursprünglich gegebenes, inzwischen widerrufenes Einverständnis zum Abriss einlösen.
H.-A. Wagner

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31.5.1992
Potsdamer Morgenpost

Die „Alten Kameraden“ ehrten Gustav Büchsenschütz

Potsdam - Die Ehrenmedaille in Gold des Potsdamer Vereins "Alte Kameraden" e. V. erhielt am Freitag Nachmittag im Forsthaus Templin der 90jährige Komponist Gustav Büchsenschütz; Schöpfer der der Landeshymne "Märkische Heide' und Ehrenmitglied besagten Vereins.
Kurios dabei: Büchsenschütz selbst ist auf der Medaille abgebildet, wie er am 9. Februar 1990 vor dem Brandenburger Tor in Potsdam seine "Hymne" dirigierte.
Anlaß für diese Ehrung, die vom Heeresmusikkorps Ost musikalisch umrahmt wurde, war der 70. Todestag von Carl Teike, Komponist des weltberühmten Marsches "Alte Kameraden". Teike war Musiker und Polizist; er wurde 1864 geboren und lebte von 1898 an mehrere Jahre in Potsdam. Seinem Erbe fühlt sich der Verein verpflichtet; er will in jedem Jahr eine Teike-Ehrung veranstalten.
"Dabei geht es uns nicht ums Militärische, sondern vor allem um die Pflege der Musik", betonte der Vorsitzende Erich Noweck. Der Verein "Alte Kameraden" wurde im November vergangenen Jahres gebildet und zählt zur Zeit 29 Mitglieder. Weitere Mitstreiter werden, so Noweck „momentan gesucht".
Teike selbst wurde am Freitag noch auf besondere Weise geehrt: weil er häufig im Forsthaus Templin zu Gast war, dort besonders gern Bratkartoffeln aß und Billard spielte, spendierten ihm die „Alten Kameraden" eine Gedenktafel. Diese hängt nun neben der Eingangstür und enthält die Lebensdaten von Carl Teike. Außerdem kann die Nachwelt lesen, daß die "Alten Kameraden" das Forsthaus anno 1992 zu ihrem Vereinslokal erkoren haben. In aller Bescheidenheit. Lothar Rölleke

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PNN 29.05.1992
Stammlokal von Carl Teike ehrt den Komponisten

Bekannter Marsch „Alte Kameraden“ stammt aus der Feder des Musikers, der gern im Forsthaus weilte

Wohl kein anderer Marsch wird auf dem Erdball öfter gespielt als „Alte Kameraden". Dabei sollten die Noten, die in einem kleinen Kämmerlein zu Papier gebracht wurden, in den Ofen wandern. Der Komponist Carl Teike ärgerte sich nämlich über seinen neuen Kapellmeister des Ulmer Regimentsorchesters. Der wollte den Marsch nicht ins Repertoire aufnehmen. Teike hatte zum Vorgänger guten Kontakt; und das Ulmer Orchester führte auch seine erste Komposition, den Marsch „Am Donaustrand“ 1885 als erstes auf. Seinen Namen erhielt der Weltmarsch mit seinem einzigartigen Trio erst bei einem Abschiedsfest mit alten Kameraden. Den „letzten Schliff" erhielt er in Potsdam.

Carl Teike wurde am 5. Februar 1864 in Altdamm bei Stettin als viertes von 14 Kindern der Familie geboren. Durch den Gesang der Mutter kam Carl Albert Hermann frühzeitig zur Musik der Blaskapellen in der Stettiner Garnison. Als 14jähriger begann er eine Blasinstrumente- und Schlagzeuglehre bei Stadtkapellmeister Paul Böttcher in Wollin. Vier Jahre lang spielte er an jedem Sonnentag in der Kurkapelle des Ostseeortes Misdroy und war als Lehrling bereits Waldhorn-Solist. 1883 erhielt Teike eine Anstellung als Musiker beim König-Karl-Grenadier-Regiment in Ulm. Krach gab es beim Regiment, als Teike bei einem Stadtfest vor einer Schaubude seine erste Mugge machte. In einer Kneipe lernte der 1 ,82 große Vollblutmusiker seine 29 Zentimeter kleinere spätere Frau Babette kennen. 1898 siedelten die Teikes nach Potsdam in ihre erste Wohnung in der Kirchstraße um. Danach wohnten sie in der Neuen Königstraße neben der Leibgardehusaren-Kaserne Die Nowaweser Kapelle Fritz Köhler spielte als erste „Alte Kameraden“ in der neuen Heimat des Komponisten, der zuvor sein erstes Verlagswerk an den Fritz-Mörike- Musikverlag Stettin für 25 Mark verkaufte.
Als Schutzpolizist wohnte Carl Teike in der Leipziger Straße 27. Er war oft bei Gastwirt Oswin Mehlhorn. Der nahm ihm Fische für Bier und Würste ab. Teike war leidenschaftlicher Angler. Vom Forsthaus Templin nahm er einen Kahn und ruderte auf den See hinaus. In der Gaststätte spielte er öfter Billard und ließ sich sein Leibgericht Bratkartoffeln schmecken. Seine Frau fand eines Tages eine Postkarte: „Da es heute Geld gibt, werde ich wohl später kommen Gruß Carl."

Carl Teike wohnte im Urlaub im Cafe Beuster in Ferch und weilte aus Anglerleidenschaft oft am Havelstrand in Caputh. Aus diesem Grunde ist Erich Noweck, der Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins zur Pflege deutscher Marsch- und Blasmusik „Alte Kameraden" Potsdam etwas sauer auf seinen Heimatort. "Es hätte die Carl-Teike-Ehrung gut ins Programm der 675-Jahr-Feier von Caputh gepasst. Aber Bürgermeister und Gemeindevertretung reagierte auf den Vorschlag überhaupt nicht. Nun findet die mehrtägige Ehrung anlässlich des 70. Todestages von Carl Teike am 28 Mai nur in Potsdam und am Forsthaus Templin, dem Stammlokal des Komponisten und des nunmehrigen Vereinslokals des „Alte-Kameraden- Vereins" statt. Heute wird um 14 Uhr dort eine Gedenktafel im Beisein von Ehrenmitglied Gustav Büchsenschütz enthüllt. Carl Teike Melodien intoniert das Heeresmusikkorps Ost.
Wolfgang Post

 

 

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BNN, 26.04.1990
Hier soll der Kunde immer König sein
„Forsthaus Templin“ ab 1. Mai in privater Hand

Die HOG „Forsthaus Templin“ ist ab 1. Mai 1990 in .“privater Hand“ von Dieter Nowak, unterstützt wird er durch seine Familie. Die „Wende“ im Land machte dies möglich. Dieter Nowak leitete dieses HO-Objekt seit vielen Jahren zur Zufriedenheit seiner Gäste. Nicht nur Badelustige des nahe gelegenen Strandbades Templin kehren hier gern ein, auch in der kälteren Jahreszeit ist das Forsthaus ein lohnendes Ziel.
Schmackhaftes Essen, dazu eine vielfältige Auswahl uns einreichhaltiges Getränkeangebot bis hin zum Kräutertee, finden bei den Gästen großen Anklang. Natürlich sind auch Kaffee und Kuchen sowie Eis - mit und ohne Schlagsahne - im Angebot.
Bis zu 400 Gäste können im Vorgarten Platz finden, innen stehen leider nur etwa 40 Plätze zur Verfügung. Dies beachte man besonders an Schlechtwettertagen.
Die hier gut funktionierende „Selbstbedienung“ sollte auch künftig im Interesse der Gäste beibehalten werden, sie entspricht dem Charakter dieser lobenswert  organisierten Versorgungseinrichtung.
Geöffnet ist das „Forsthaus Templin“ – für noch Ortskundige: von Potsdam aus kurz vor der Ortschaft Caputh gelegen – Dienstag bis Freitag von 11 bis 17 Uhr sowie Sonnabend und Sonntag von 11 bis 19 Uhr. Bei besonderen Anlässen will das Gaststättenteam auch gern ein Stündchen länger öffnen. Der Gast als Kunde soll auch hier König sein.
Um den zu erwartenden Besucherstrom aus dem In- und Ausland am verlängerten Wochenende anlässlich des 1. Mai mit abfangen zu helfen, hat die Gaststätte zusätzlich am 30. April (Montag) geöffnet. Eine gastliche Idee.
Text und Foto Gag??

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MV, 01.07.89
Blumen, Präsente, verbunden mit einem großen Dankeschön überreichten gestern Oberleutnant der Feuerwehr Jürgen Rieke und Ilse Kielies, Kreisdirektor der Staatlichen Versicherung, an Uwe Calek, der vor wenigen Tagen mutig und umsichtig einen Brand im Forsthaus Templin löschte.
Foto MV/Mallwitz

 

 

 

 

 

 

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27.06.1989
Brand in der HOG "Forsthaus Templin"

Zu einem Brand kam es vergangenen Dienstag in der Gaststätte "Forsthaus Templin". Eine im Küchenbereich befindliche Kippbratpfanne wurde nicht ordnungsgemäß abgeschaltet, wodurch es zur Zündung des Fettes kam. Die Ermittlungen sind noch nicht abgesclossen. Die alarmierten Freiwilligen Feuerwehren von Caputh und Ferch kamen dank dem beherzten Handeln von Uwe Calek, Leiter des benachbarten Bungalowdorfes, nicht mehr zum Einsatz. Mit Handfeuerlöschern hatte er den Brand bereits gelöscht.
VPKA Potsdam

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BNN, 21.03.57

Unser neuer Ausflugsort am Templiner See

Von Wasser umgeben ist unsere Stadt. Verhältnismäßig gering ist jedoch die Zahl der Ausflugsorte und Badegelegenheiten. So wurde schon oft der Wunsch laut, einen neuen und größeren Ausflugsort mit allen Annehmlichkeiten zu schaffen. Im Rahmen des Nationalen Aufbauwerkes 1957 soll diesem berechtigten Wunsch Rechnung getragen werden.

Es Ist vorgesehen, die Umgebung der Gaststätte "Forsthaus Templiner See" südlich des neuen Bahndammes umzugestalten. Die in den Templiner See weit auslaufende Fläche wird so verändert, daß sie allen Anforderungen eines begehrten Ausflugszieles gewachsen ist. An der Straße werden größere Kraftfahrzeug-Parkplätze angelegt. Die nördliche Seite gegenüber dem Bahndamm ist zum Teil als Bootsanlegestelle gedacht. Die westliche Spitze erhält einen Dampferanlegesteg, und weiter südlich wird ein Turm für verschiedene Zwecke aufgestellt. Der südliche Rand mit dem Blickfeld auf Caputh ist in der gesamten Front als Badestrand vorgesehen, und wenn die hygienischen Verhältnisse es später erlauben, soll noch ein größeres Gebäude für Umkleidezwecke errichtet werden. Die Westseite erhält genügend Sitzmöglichkeiten mit der Aussicht auf den See und ein kleineres Gebäude für die gastronomische Betreuung. Befestigte Wege verbinden die einzelnen Anziehungspunkte und eine landschaftliche Gestaltung wird den Gesamtkomplex harmonisch mit der jetzigen Gaststätte vereinen. Eine Toilettenanlage und eine Wartehalle werden die Zahl der notwendigen Einrichtungen vervollständigen.

Für dieses Objekt hat sich bisher besonders Stadtrat Rouvel eingesetzt. Dank und Anerkennung verdient der Sachgebietsleiter Tiefbau beim Rat der Stadt, Wiese. der die umfangreichen Projektierungen getätigt und Vorverhandlungen gerührt hat.

Die Ausrührung dieses Objektes ist nicht allein eine Frage des Geldes, sondern wird das Ergebnis vieler fleißiger Hände sein. Von Jung und alt begrüßt, muß unser künftiges schönes Ausflugsziel ein Schauplatz großer Aufbaueinsätze werden. Die Jugend wird hoffentlich dabei an der Spitze stehen. Die FDJ, unsere Betriebe und Institutionen sollten sich Gedanken machen, wie sie am besten helfen können. G. Popplow

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Der Morgen, 20.12.1957

Ueber Templiner Bahndamm zum Strandbad

Im Juni geht´s los am Forsthaus Templin – 2 Bauabschnitte für „Wochenendparadis“

Wo die Lietzen noch fast ungestört auf den Wellen der Havel schaukeln und der Wind über kahlen, sandigen Strand fährt, da wird im Sommer des nächsten Jahres ein buntes, flottes Badeleben herrschen. Das neue Potsdamer Seebad Templin ist im Kommen! Zwei Bauabschnitte sind dafür vorgesehen, wie auf einer Arbeitsbesprechung im Rat der Stadt beschlossen wurde.

1958 werden alle Arbeiten durchgeführt, um den Badebetrieb überhaupt erst einmal in Gang zu setzen. Zugleich mit der letzten Planierung des ausgedehnten Strandgeländes werden Bootsstege für Sportboote und der Landungssteg für die Fähre und die DSU-Dampfer gebaut. Gärtnerische Anlagen sollen dem Strandbad einen schönen, ansprechenden Rahmen geben.

Der Weg zum Bad kann von den Eiligen mit dem Bus zurückgelegt werden. Doch ein Spaziergang über die Fußwege des Eisenbahndammes (die noch rechtzeitig in Ordnung gebracht werden) wird von größerem Reiz sein, zumal sich inzwischen schon eine hübsche Damm- und Inselflora entwickelt hat. Die verlängerte Straßenbahnlinie 1 fährt dann schon bis Bahnhof Potsdam Süd. Schließlich gibt es die Dampfer, und die Verkehrsbetriebe halten auch noch ein Fährboot bereit.

Für die Versorgung der Badegäste werden vorerst keine festen Gebäude gebaut, sondern fahrbare HO-Verkaufsstände verwandt. Ferner ist beabsichtigt, bis zum Saisonbeginn auch die HO-Gaststätte "Forsthaus Templin" (deren Inventar für die "Friedrichshöhe" in Werder benötigt wurde) wieder auszustatten, damit sie in Betrieb genommen werden kann. Für die Sicherheit der Badegäste wird ein Aussichtsturm mit Rettungsschwimmerstation des DRK errichtet.

Der Rat der Stadt hat beträchtliche Mittel für dieses „Wochenendparadies" (das es erst im zweiten Bauabschnitt endgültig wird) ausgeworfen. Die Potsdamer müssen aber mithelfen, damit das Strandbad im kommenden Juni sich mit Nackedeis bevölkern kann. Es gibt viel Arbeit auf Konto Nationales Aufbauwerk! Und unsere Stadt als Ziel Berliner und auswärtiger Augflügler wird einen neuen Anziehungspunkt bieten. Dieses Strandbad muß "ganz groß" werden,wie es einer wasserreichen Stadt nach dem endgültigen Verlust des Strandbades Luftschiffhafen gebührt! Nehmen wir also ruhig ein paar Schippen mehr auf uns für die auswärtigen Besucher. Sie werden es danken -und sie bringen ja auch Geld unter die Leute. Das ist nicht zu verachten. -nn-

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Der Morgen, 31.07.1958

230000 DM für Erholung und Entspannung

Große Aufgaben vor dem Potsdamer NAW / Templin verändert sein Gesicht

In etwa 14 Tagen wird die Bau-Union die beiden Treppen, die am Bahnhof Potsdam-Süd zur Eisenbahnbrücke hinaufführen, fertig gestellt haben. Da inzwischen auch der Fußweg über den Damm befestigt wurde, können die Besucher des Erholungs- und Ausflugsgebietes Templin ihr Ziel jetzt auf abgekürztem Wege erreichen.

Das Gesamtobjekt, das aus der Templiner Anlage und der Zeltjugendherberge in der Pirschheide besteht, ist eine Aufgabe des NAW. Auf einer Pressekonferenz beim Rat der Stadt berichtete der Leiter des NAW, Popplow, über die weitere Entwicklung dieses künftigen Erholungszentrums.

Auf der Pressekonferenz wurde auch die Absperrung der Zeltjugendherberge behandelt. Bei dieser Herberge handelt es sich um ein Zeltlager, in dem Gruppen Jugendlicher - zur Zeit wird es von Potsdamer Berufsschulklassen bewohnt - in regelmäßigen Durchgängen wertvolle Jugendarbeit leisten. Daß dabei jede Störung durch Besucher außerhalb dieses Kreises ferngehalten werden und außerdem für die Sicherheit des Lagers Sorge getragen werden muß, dürfte jedem klar sein. Daher wurde diese Anlage mit einem Zaun versehen und ein Umgehungsweg angelegt, da der alte Fußweg nach Geltow unterbrochen werden mußte.

Ueber Templin berichtete Popplow viel Neues. So wird noch in diesem Jahre an Stelle des jetzigen Wasserrettungsturmes ein neues Bauwerk entstehen. Es wird im Wasser errichtet, so daß unter seinen Pfosten Platz zum Anlegen des Motorrettungsbootes ist. Am Badestrand werden zwei Kioske mit je sechs Schaltern erbaut. Sie werden die Besucher nicht nur mit Erfrischungen, sondern auch mit sommerlichem Zubehör, wie Sonnenöl und -brillen, versorgen. Ein Fahrweg an ihrer Landseite gestattet das Anfahren der Versorgungsfahrzeuge ohne Störung der Badegäste.

Die Straße vom Bad zur Gaststätte Forsthaus Templin wird ebenso wie die Toilettenanlage in den nächsten Tagen fertig gestellt. Die Gaststätte erhält eine verbesserte Beleuchtungsanlage, auch auf den Terrassen, und eine Tanzfläche. Ein noch einzurichtender Bootsverleih wird den Besuchern Boote verschiedener Typen zur Verfügung stellen. Auf dem in den See vorspringenden Horn wird im nächsten Jahre eine Pavillon-Gaststätte erbaut.

Für das Gesamtobjekt werden 230 000 DM benötigt werden. Davon sind bereits 150 000 DM vorhanden; die aus Einsparungen bei Investbauten gewonnen wurden. 75 000 DM sind davon schon verbraucht. Den Rest aufzubringen, hat sich das NAW vorgenommen.

Noch in diesem Jahre geht es an den Bau eines zweiten Dampfersteges, der auch zum Anlegen für Sportboote verwendet werden soll; da die Bucht zwischen dem Horn und dem Bahndamm den Besuchern mit Booten vorbehalten ist. Im Zeltlager an der Pirschheide wird die Toilettenanlage bis zum Herbst fertig gestellt sein. Außerdem ist hier noch der 'Bau eines kleinen Wirtschaftsgebäudes vorgesehen. Die Kapazität dieser Anlage soll auf 500 Personen erweitert werden. Der innerhalb des Lagers befindliche Campingplatz kann ohne weiteres auch von Fremden zu diesem Zweck benutzt werden.     –nn-

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BNN, 08.08.1958

Rettungsturm und Pavillon am Templiner See

Bald zu Fuß und per Rad über die Eisenbahnbrücke

Noch in diesem Jahr wird am Freibad Templin ein Wasserrettungsturm errichtet der an die Stelle des provisorischen Turmes treten wird. Unter dem brückenartigen Bau wird das Motorrettungsboot des DRK vor Anker gehen. Für die Versorgung der Badegäste sind zwei Kioske mit je sechs Schaltern vorgesehen. Ein zweiter Dampferanlegesteg wird zu beiden Seiten Anlegestege für Sportboote erhalten. In Kürze werden die Toilettenanlage und der Weg vom Strand zum Forsthaus fertig. Ein hübscher Uferpavillon auf der Landzunge wird im nächsten Jahr entstehen und Gelegenheit bieten, einen Imbiß einzunehmen. Für das nächste Jahr ist auch der Bau von Umkleideräumen geplant.

Auf eine Kapazität von 500 Plätzen soll die Zeltjugendherberge in der Pirschheide erweitert werden. Hier wird auch noch ein kleines Wirtschaftsgebäude errichtet. Bis zum Herbst wird die Toilettenanlage fertig sein. Für die beiden Anlagen Templin und Pirschheide sind aus Mitteln, die durch das Nationale Aufbauwerk eingespart wurden. 230 000 : DM bestimmt, wovon bisher 75 000 DM ausgegeben wurden.

Wie der Rat der Stadt zu Leseranfragen mitteilt, mußte das Zeltlager in der Pirschheide durch einen Zaun abgegrenzt werden, weil hier 120 Jugendliche an einem organisierten, durch ein festes Programm geregelten Ferienlager teilnehmen. Es ist daher notwendig, Störungen durch ständig wechselnde Tagesgäste fernzuhalten und den kleinen Badestrand den Lagerbenutzern vorzubehalten. Das Lager verlangt auch, daß die Habe seiner Bewohner gesichert ist. Innerhalb der Absperrung steht übrigens ein Raum zum Zelten der Oeffentlichkeit zur Verfügung. Wanderer, die nach Geltow wollen, können ohne Zeitverlust einen Umgehungsweg benutzen.

In etwa zehn Tagen werden die Treppen zur Eisenbahnbrücke gesichert sein, so daß dann der Weg am Fuße des Dammes frei ist. Dann kann auch das Fahrrad über Brücke und Damm geführt werden.

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Märkische Volksstimme 15.01.60

Traum von Perlen am Havelstrand

Großmutter meinte immer: "Wenn de frierst, mach dir warme Gedanken, Junge!" Träumen wir also von Sommersonne und Strand (siehe Bild vom Templiner See bei Potsdam)!

Apropos Templiner See: Da sind wir schon mitten drin im Träumen. Dort werden wir uns auf dem goldenen Sand in Strandkörben (genau wie an der Ostsee) aalen. Gaststätte, Literatur- und Sportgeräteverleih, Umkleideräume alles da. Auf neuer Straße, mit der Straßenbahn, mit der Weißen Flotte oder ganz einfach zu Fuß wird dieses Potsdamer Erholungszentrum Tag für Tag zum Ziel einiger tausend Freude- und Erholungssuchender .

Wer am anderen Ende der Stadt wohnt, bitte sehr: Der Babelsberger Park (einst für Prinzen reserviert) ist Sport- und Kulturpark. Strand; Bootsverleih, Parkrestaurant, Liegewiese und viele andere Einrichtungen machen Ihn zum Anziehungspunkt für Sonnen- und Lufthungrige. Der Clou: Modernes Hallenbad. Da kann's ruhig auch mal kühl sein!

Wie eine schöne Frau sich gern im Spiegel sieht, so wird sich in unserer Havel das neue Potsdam mit seinen Perlen spiegeln: Eine große Klubgaststätte am Havelufer mit Tanzsaal, Cafe und Weinstuben. Ein Hotel mit 200 Betten, ein neues Theater und ein neues Kino, eine Tanzgaststätte mit Terrasse, die neue Stadthalle und ganze neue Stadtviertel - ein schönes Bild!

Nur Traum? Nein - beschlossen von den Stadtverordneten im Januar 1960. Potsdam im Siebenjahrplan. Bei solcher Perspektive kann einem schon warm ums Herz werden - Großmutter hat recht!

Wenn dir so richtig warm geworden ist, überleg' nicht lange, pack' an, wo du kannst! Du siehst, der Siebenjahrplan besteht nicht nur aus Produktionszahlen - wenn sich auch ohne sie kein Traum erfüllt. Aber denk' nach: Der Traum vom sonnigen Strand, das helle Spiegelbild in der Havel, die ganze Freude wird Wirklichkeit, weil wir für uns arbeiten. Niemand steckt sich den Ertrag deiner Arbeit in die Tasche, niemand kauft dafür amerikanische Raketen (wie Strauß in Bonn) und niemand mißgönnt dir diese Erholung. Siehe Siebenjahrplan.

Uebrigens: Wie lange wollen es sich die Westberliner noch gefallen lassen. daß sie durch eine Brand(t)- Politik von ihren natürlichen Erholungsplätzen ferngehalten werden? Wir haben Platz genug an der Havel - auch für sie, wenn Westberlin frei von Agentenzentralen und Faschisten wird. Dann wird es sein wie früher - nur viel schöner!              -ID –

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Märkische Volksstimme 03.07.60

Warum in die Ferne schweifen...

... sieh das Gute liegt so nah / Urlaub am Templiner See

 

P o t s d a m (EB). Viel Sonnenschein, frische Luft, Wald und Wasser! So lautet wohl die Parole fast aller Urlauber. Nun, und die meisten von ihnen glauben, daß sie das nur im Harz, in Thüringen oder an der Ostsee finden. Doch warum eigentlich immer in die Ferne schweifen? Das Gute liegt so nah!

Ja, für die Potsdamer sogar sehr nahe. 15 Minuten mit der Straßenbahnlinie 1, und schon ist das herrlichste Urlaubsziel erreicht: der Templiner See. Er bietet denjenigen, die nicht verreisen, wirklich eine gute Entschädigung. Schnell ist man zu diesem schönen Flecken märkischer Heimat auch auf der neuen Betonstraße geradelt. Wer einen kleinen Spaziergang liebt, der hat in den umliegenden Wäldern reichlich Gelegenheit dazu. Doch wer sich lieber in der Sonne aalt, dessen Ziel ist wohl das Strandbad "Templiner Forsthaus", das man von Potsdam aus auch mit dem Dampfer erreicht. Wer nicht gern im weißen Seesand liegt, der genauso schön ist wie an der Ostsee, der mietet sich eben einen der über hundert Strandkörbe. Kostenpunkt: 1,50 DM. Nun, und ein Bad in den kühlen Fluten gibt genau den gleichen großen Appetit wie Ostseeluft und -wellen. Da die Hausfrau ja auch Ferien haben möchte, wird im Forsthaus Templin gespeist. Uebrigens ein Wort an diejenigen, die meinen, unbedingt auffallen zu müssen: Bikini und Dreiecksbadehose sind nicht gerade die richtige Aufmachung für eine Gaststätte, auch dann nicht, wenn es ein am See liegendes Gartenlokal ist.

Den Besuchern des Templiner Strandbades wird in diesem .Jahr jedoch noch ein besonderes Vergnügen geboten, das gleichzeitig die Muskeln stärkt: die bereits bei vielen bekannten und beliebten Wassertreter (siehe rechtes Bild).

Herrlicher Badestrand lädt auch in der Pirscheide gegenüber dem Forsthaus zum Tummeln ein. Dort gibt sich vorwiegend die Schuljugend ein Stelldidichein. Für einen Ruhe suchenden Urlauber sicher nicht ganz der geeignete Platz. Wem das alles noch nicht zusagt., der versucht es dann vielleicht mal im Strandbad Caputh. Auch dort warten weißer Sand, Strandkörbe und Rutschbahn auf die Wasserratten. Na dann viel Spaß und gute Erholung am heimatlichen Seegestade!    Inge

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Sonderdruck zum hundertjährigen Bestehen des Forsthauses Templin
Erschienen im „Wilhelmshorster Bote“

Forsthaus Templin anno 1834
Eine Jahrhundert-Erinnerung von Dr. Bernhard Hoest

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Wilhelmshorst Bote August 1932

Das Forsthaus Templin

In nordwestlicher Richtung, ca. 5 -6 km von Wilhelmshorst entfernt am Ufer des Templiner See's (Havel) befindet sich das über 200 Jahre alte Forsthaus Templin. Im Jahre 1700 gehörte es zum Domänenvorwerk Caputh und diente damals vorwiegend landwirtschaftlichen Zwecken. 1747 ging es in den Besitz des Fabrikanten Martini, Potsdam, über. Dieser hat es ebenfalls zu gewerblichen Zwecken verwandt und im Jahre 1796 an den damaligen französischen Gesandten in Berlin, Comte de Moustier, verkauft. Der Franzose hatte es aber nur 2 Jahre im Besitz und bereits, im Jahre 1798 verkaufte er es an den Potsdamer Kanonikus Arnold Dietrich Tamm. Tamm gab große Gesellschaften und erbaute das heutige Restaurationsgebäude, in dem dann die Festlichkeiten stattfanden. 1819 erwarb es der Onkel des Fürsten Otto von Bismarck, Generalleutnant Friedrich Adolf Ludwig von Bismarck, der hier eine Jagd unterhielt. Fürst Otto von Bismarck weilte als Gymnasiast oft bei dem Onkel zu Besuch und wohnte in einem der Zimmer des Hauptgebäudes. Im Jahre 1832 erwarb es der Kaufmann Reinhardt aus Nowawes, der es 10 Jahre später, also 1842, an den preußischen Staatsfiskus, Abt. Forst und Domänen, verkaufte. Seit dieser Zeit befindet es sich in den Händen des Staates.
Wenn man von Wilhelmshorst über den Kirchplatz die Kreis-Chaussee geradeaus geht, kommt man direkt auf die Chaussee Berlin - Leipzig, diese geht man rechts entlang bis an den nächsten Gestellweg durch den Wald links. Auf diesem kommt man nach ca. 20 min. direkt auf die Chaussee Potsdamm - Caputh, wo sich rechterhand das Forsthaus Templin befindet. Die riesigen Platanen, die diese Uferstraße einsäumen, sind über 100 Jahre alt. Das Hauptrestaurant Forsthaus Templin bietet mit seinem großen schattigen Naturgarten einen sehr angenehmen Aufenthalt, da die davor liegende Straße für den Kraftfahrverkehr mit Ausnahme der Kraftpost für den Durchgangsverkehr Potsdam - Caputh gesperrt ist.
Weiter unten auf der kleinen Halbinsel links von der Templiner Bucht befindet sich das Strandrestaurant, woselbst man ebenfalls unter schatten spenden alten Bäumen direkt am Ufer weilt. Es ist dies eins der wenigen Lokale unserer Umgebung, welches unmittelbar mit dem Badestrand verbunden ist, und wo man auch im Badeanzug ganz ungezwungen sitzen kann. Der wunderschöne Blick über den See mit den Türmen von Potsdam im Hintergrund und dem Tornow bezw. Herrmannswerder sowie dem gegenüber liegenden Luftschiffhafen und der Marineschule lohnt alleine, hierher zu gehen. Die Dampferanlegestelle der Stern-Gesellschaft und Motorbootfähre nach dem Luftschiffhafen befinden sich auch hier. Da der See immer mehr von der Halbinsel wegschwemmte, ist hier im Jahre 1928 vom Staat das große Bollwerk errichtet worden.
Wem der Fußweg hin und zurück zu anstrengend ist, kann entweder mit dem Postauto von Wilhelmshorst bis an den Fahrweg, der von der Leipziger Chaussee abgeht, fahren und den Rest des Weges (ca. 15 Min.) laufen oder bis Potsdam fahren und von dort das Postauto nach Caputh bezw. den Dampfer von der Langen -Brücke (Havelhof) benutzen. Mit dem Auto kann man den von der Leipziger - Chaussee am Kilometerstein 4,8 durch die Schonung führenden Weg benutzen, der für den Automobilverkehr extra verbreitert worden ist. Parkplatz befindet sich unterhalb des Hauptrestaurants.
Wer noch nicht hier war, der möge ruhig einmal diesen herrlichen Spaziergang machen, es lohnt sich wirklich; denn wer es kennt, geht immer wieder gern hier her. Für uns Wilhelmshorster ist am zweckmäßigsten, an den Wochentagen diesen kleinen Ausflug zu machen, da es an den Sonntagen speziell für diejenigen, die hier baden wollen wegen, der vielen Ausflügler aus Berlin und den zahlreichen Booten nicht so angenehm ist. Also auf nach dem „Forsthaus Templin“ und recht viel Vergnügen.
Friedmar Mittendorf.

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